Innere Werte - Integration in Reinkultur
Dem Haus aus den 90er Jahren sieht man kaum an, was sich im Inneren verbirgt, aus dem Wohngebiet im Kölner Süden sticht das Zweifamilienhaus optisch nicht heraus. Hinter der Eingangstür tut sich dann eine Welt perfekter Integration und wohldosierter, feiner Haustechnik auf. Das etwa 100 qm große Objekt fungiert als Showroom für den Schreinermeister Daniel Helm und den Systemintegrator Florian Hempen. Hier zeigen die beiden Vollprofis, was heute in Sachen nahtloser Technikintegration machbar ist.
Daniel Helm versorgt Kunden rund um Köln mit maßgeschneiderten Möbeln und kompletten Inneneinrichtungen. Er ist aber nicht nur mit Hölzern jeder Couleur auf Du und Du, sondern bezieht auch Glas und Metall in seine Arbeiten mit ein, was hier im Objekt gewissermaßen in Reinform zu sehen ist. Florian Hempen sorgte dafür, dass hinter den Kulissen alles automatisiert läuft. Er verpasste der Erdgeschosswohnung eine Crestron-Lösung für Licht- und Medientechnik und programmierte die Steuerung sowie die Oberflächen.
Maßarbeit
Drei Monate Planung und 42 Tage Umbauarbeiten stecken in der Wohnung, von deren ursprünglichen Grundriss kaum etwas übrig geblieben ist. Beeindruckende 14 Kubikmeter Wände wurden entfernt, nachdem während der Planungsphase und immer wieder neu generierten 3D - Visualisierungen endlich klar war, wie das Objekt einmal aussehen sollte. Um den vorhandenen Raum möglichst effektiv zu nutzen, kamen maßgeschneiderte Einbaulösungen in Bad und Küche zum Einsatz, die natürlich alle in der Werkstatt von Daniel Heim gefertigt wurden. In der Küche sticht zunächst der mit Metallplatten verkleidete Einbauschrank am Ende des L-förmigen Grundrisses ins Auge. Die Platten der Verkleidung stammen von einem französischen Hersteller und werden alle per Hand bearbeitet. Helm verkleidete damit die Türen des Schrankes, wohlweißlich darauf achtend, dass die Muster nach der Montage nahtlos ineinander übergehen. Da passende Griffe einfach nicht zu finden waren, nahm der Schreinermeister kurzerhand Exemplare, die er ebenfalls mit der Metalloberfläche perfektionierte. Neben Kühl- und Gefrierschrank von Liebherr verbringt sich in diesem handwerklichen Meisterwerk noch ein ausziehbarer Apothekerschrank, in dem die Kaffeebar untergebracht ist, die Kabelführung zur Nespresso- Maschine ist dezent im Hintergrund verlegt. Die Türen der Oberschränke öffnen und schließen elektrisch assistiert.
Die Küchenblöcke selbst sind von Leicht, alle Schubladen sind beleuchtet und mit aufwändiger Innenausstattung bestückt. Die Insel hin zum Esstisch ist mit einer speziellen, schnittfesten Glasplatte belegt, deren Unterseite von Helm weiß lackiert wurde, um optisch mit dem edlen Küchenmobiliar abzuschließen. Detailverliebtheit dokumentieren auch die Armatiren des Schweizer Herstellers KWC mit intergiertem LED - Licht, die

Dunstabzugshaube von Gutmann, technisch State-of-the-Art sind die Küchengeräte aus der Miele@Home-Kollektion, die untereinander und mit dem Internet kommunizieren können. Besonders markant ist der Esstisch aus alten Bohlen, ein Fundstück, das Helm bei einem Holzhändler begegnete. Dort lag das ursprünglich sechs Meter lange Holz auf dem Hof herum und verrottete vor sich hin, bevor der Schreinermeister es in seine liebvolle Obhut nahm und den skulpturalen Tisch daraus schuf.
Bis hin zu den Raumschiebetüren hat der Kölner vieles selbst entworfen und gefertigt, um die von ihm angestrebte Perfektion zu erreichen. Die Führungsschienen sind in die Decke eingefräst, und Inlays aus Dielen nehmen passgenau den Bodenbelag wieder auf. Eine Trennwand mit intergierten Schränken, aus deren Stirnseite aus Klopfzeichen der Schrank motorisch ausfährt und beheizte Spiegel gehören da schon fast zu den Selbstverständlichkeiten. Die gleiche Liebe zum Detail merkt man im Schlafzimmer und in der angrenzenden Ankleide, wo natürlich ebenfalls alles exakt auf den Grundriss der Wohnung hin optimiert ist.
Technik
Systemintegrator Florian Hempen mit seiner Firma "State of the Art" konzipierte die Intelligenz für den kompakten Wohntraum. Eine Crestron Haussteuerung inklusive Dimm-und Schaltaktoren im Keller kontrolliert alle Lichter sowie die Verschattung im Haus. Darüber hinaus haben die Amerikaner auch die Kontrolle über das Multiroomsystem, ein Adagio tut hier seinen Dienst. Der leistungsfähige Controller mit seinen integrierten Endstufen versorgt sechs Zonen mit gutem Klang, neben den angrenzenden Bereichen Küche und Wohnen sind das das Schlafzimmer, das Bad sowie zwei Außenbereiche vor und hinter dem Haus.
Um diese Konfortfeatures zu realisieren, verlegte Hempen mit seinem Team beeindruckende 1,6 Kilometer Kabel in der Wohnung. Mehrere Dutzend Kernbohrungen aus dem Erdgeschoss in den Keller waren nötig, um die entsprechenden Kabel zu verlegen. Weitere erfolgten in die Decke, um Leuchten für das von der Kölner Firma Kunstlicht entworfene Beleuchtungskonzept einzulassen. Taster aus der Esprit-Serie von GIRA schicken die Signale aud den Crestron-Bus, um die programmierten Szenen abzurufen. Konfortabler lässt sich das Objekt noch mit dem Touchscreen neben der Eingangstür befehligen. Die klassischen Szenen für "Kommen" und "Gehen" variiere Hempen noch für underschiedliche Tageszeiten mit entsprechenden Programmen für die Jalousien, und natürlich lässt sich auch alles einzeln steuern. Das geht auch über Crestrons MTX-3 als Allroundfernbedienung über die App Mobile G auf iPhone und iPad, auf diesem Weg übrigens auch bequem von unterwegs aus.
Was das AV-System angeht, ist der elegante Philips LCD-Fernseher mit der Hintergrundbeleuchtung Ambilight wohl das augenfälligste Element. Er lässt sich mit einer motorischen Wandhalterung in Richting Essplatz oder zur Sitzecke schwenken und gibt auf diese Art auch den Zugriff auf den dezent dahinter angebrachten Blue-ray-Spieler von Samsung frei, ein Modell, das hochkant an der Wand montiert wird und so perfekt in den Freiraum hinter dem Bildschirm passt. Der zweite Blick gilt aber auf jeden Fall den bündig in die extra für diesen Zweck konstruierte Fake Wall montierten KEF-Lautsprechern. Beim Modell 90000 ACE handelt es sich um das Topprodukt des Hauses, das auch ausgewachsenen HiFi-Systemen Konkurrenz machen kann. Hier werden die beiden Systeme zudem durch einen extrem flach bauenden Subwoofer aus der T-Serie unterstützt, so hat man für den Filmabend ausreichende Reserven. 9000er beschallen auch den angrenzenden Küchenbereich, dort ganz puristisch ohne Abdeckung. Im Bad finden sich die KEF Ci3-80 QT, ländliche Lautsprecher, die motorisch angewinkelt werden. Das geschieht, sobald man an den GIRA-Tastern die Musik aktiviert. Wird die Lautstärke ganz heruntergefahren, denn ziehen sich die schmucken KEFs wieder in die Decke zurück. Vorne im Garten und hinten am Whirlpool ergänzen Außenlautsprecher der Briten das System und sorgen auch hier für einen adäquaten Soundtrack.
Handwerkliche Kunst. Das Objekt in Köln demonstriert, wie sich intelligentes Wohnen auch im Bestand perfekt umsetzen lässt. Mit viel Liebe zum Detail und technischem Know-How entstand hier eine Wohnung, die nicht nur technisch, sondern auch unter Wohnaspekten als äußerst inspirierend gelten kann und deren handwerkliche Perfektion besondere Aufmerksamkeit verdient.
Link zu der Artikel auf die Webseite von smart homes:
http://www.smarthomes.de/objekte/referenzen/innere-werte/



